Werbekurier, 10.12.2003

"Auf die richtige Mischung kam es an"

Fünfte Cocktailnacht der Jungen Liberalen

Tobias Gerlach (links) und Ulrich Selinger an der Cocktailbar. Besondere Empfehlung: Die Eigenkreationen "Tigerpfötchen" und "Sweet Sunrise over Ippendorf". Das Geheimnis eines guten Cocktails sei es, zu wissen, wie viel der Kunde haben will. Selinger: "Auf die richtige Mischung kommt es an". Das lasse sich durchaus auch auf die Politik übertragen. Foto: Steffen Ermisch

Wesseling (ste). "Die sollen ihre Meinung frei äußern und sich nicht verbiegen lassen", hat Karl-Heinz Wiel den Jungen Liberalen (JuLis) geraten. Konflikte zwischen Mutter- und Jugendpartei seien völlig normal. Auf ihrer fünften Cocktailnacht suchten die Wesselinger JuLis aber den Schulterschluss mit der FDP.

Unter den 35 Gästen waren neben Jungliberalen aus Ortsvereinen der Umgebung die Lenker der Wesselinger FDP. Der stellvertretende Bürgermeister Bernd Pesch, der Fraktionsvorsitzende Detlef Troppens und der Parteivorsitzende Karl-Heinz Wiel ließen sich vom Parteinachwuchs mit ausgefallenen Cocktails versorgen. "Die Zusammenarbeit zwischen JuLis und FDP funktioniert sehr gut", sagte Tobias Gerlach (20 Jahre alt), Vorsitzender der Wesselinger Jungliberalen. "Wir sind alle auch Mitglied der FDP und stellen bei den Stadtratswahlen fünf Direktkandidaten". Ein gemütliches Zusammensitzen wie auf der Cocktailnacht in der Rathaus-Cafeteria sei eine gute Gelegenheit, die Kontakte zur FDP zu intensivieren. Projekte der Wesselinger JuLis seien etwa eine erneute Organspendeaktion, die schon im letzten Jahr Menschen im Erftkreis über Organspendeausweise aufgeklärt hat. Außerdem wolle man die Stadt dazu bewegen, sich für einen Umbau der Bahnhaltestelle Urfeld stark zu machen, so dass dort stufenloses Ein- und Aussteigen möglich werde.

Konfliktträchtiger ist das Programm der Jungliberalen auf Kreisebene: Vorsitzender Jan Schiller war zum Beispiel entschieden gegen eine Umbenennung des Erftkreises in "Rhein-Erft-Kreis". Das bringe mehr Kosten als Nutzen mit sich. Es sei unwahrscheinlich, dass allein durch den Namenszusatz etwa der Tourismus im Kreis belebt werde, so der 22-jährige Jurastudent. "Dafür spart man an anderer Stelle". So solle die einzige Jugendherberge im Kreis (Hürth) geschlossen werden. Weiteres Ziel ist die Schaffung eines Nachtbusses von Brühl nach Bornheim. Bornheimer, die in Brühl feiern wollen, würden wegen einer fehlenden Personennahverkehrsanbindung den Weg oft scheuen. Schiller erklärte: "Wir haben schon mit den Wirten in Brühl gesprochen, die natürlich auch von einer neuen Anbindung nach Bornheim profitieren würden".

Die Jungen Liberalen haben im Rhein-Erft-Kreis 130 Mitglieder, in Wesseling engagieren sich zwölf Jugendliche im Alter von 16 bis 28 Jahren.


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